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Rhanerbräu - Braukultur in der 13. Generation

RhanGetränke

„Hopfen und Malz, Gott erhalt's“

Max ist bereits die dreizehnte Generation der familiengeführten Brauerei Rhanerbräu im beschaulichen Dörfchen Rhan. Man könnte sagen, er ist ein fleischgewordener Rhaner und brennt für das Brauen. In weniger als einer Minute ist er von der Wohnzimmercouch im Gärkeller und kümmert sich mit viel Herzblut - und am liebsten rund um die Uhr - um den elterlichen Betrieb. Ganz besonders stolz macht ihn die jahrhundertealte Brautradition, die im Unternehmen gelebt wird und das Handwerk, das hinter dem Bierbrauen steckt. In Zukunft möchte er den Spagat zwischen Tradition und neuen Innovationen schaffen. Eins ist gewiss, wir können stolz sein, dass die älteste Familienbrauerei Ostbayerns bei uns in der Region dahoam ist.

Wo ist denn dein dahoam und woher kommst du ursprünglich?

Mein dahoam ist hier in Rhan, ein eher kleineres Dorf im Landkreis, mit ein bisschen mehr als 100 Einwohner. Ich war der Hundertste ;-) Die ersten Monate meines Lebens hab ich mit meinen Eltern in Cham gewohnt, aber seit 2001 wohnen wir in Rhan. Ich bin schon immer das Dorfleben gewohnt und schätze es sehr.

Und willst du dein Leben lang hier bleiben?

Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Wenn ich in den Urlaub fahre, freue ich mich sehr, wenn ich was von der Welt sehe, aber ich bin sehr heimatverbunden und weiß sehr schätzen, was wir an unserer Heimat haben. Ich bin dankbar für die Region und die Menschen, die hier leben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mein Leben hier verbringen werde.

Warum schlägt dein Herz für deine Heimat und was bedeutet für dich dahoam?

Weil hier meine Familie ist und weil die Brauerei sehr tief in der Historie des Landkreises verwurzelt ist. Heimat ist für mich der Ort oder die Region, die die Persönlichkeit am meisten prägt. Die Familie lebt hier, Freundschaften entwickeln sich: Mein Herz schlägt für die Region und vor allem für Rhan. Ich war schon in Schönthal im Kindergarten und in der Grundschule, in Cham am Gymnasium hab ich Abitur gemacht. Ich kenne also auch Cham sehr gut. Und unsere Mitarbeiter, die uns teilweise schon sehr lange begleiten. Wir haben Mitarbeiter, die schon seit über 20 Jahre bei uns arbeiten. Das verbindet natürlich auch und prägt mich seit meiner Kindheit. Und die außergewöhnliche Natur.

Welches Wort beschreibt dein Gefühl von Heimat am besten?

Ursprung.

Max Plößl

Max Plößl Rhanerbräu

„Regionalität heißt für mich, dass ich dieses tiefe Zugehörigkeitsgefühl und die Heimatverbundenheit nach außen trage und in meinem Alltag lebe.“

Welche 3 Dinge machen es für dich hier so lebenswert?

Natürlich die Familie und der Freundeskreis. Die landschaftliche Prägung und Vielfalt, die wir hier haben, die außergewöhnliche Natur mit den sehr vielseitigen Erholungsmöglichkeiten. Und was ich ganz entscheidend finde: der authentische und unkomplizierte Umgang der Menschen miteinander. Das spricht sehr für uns.

Wie war es für dich, hier aufzuwachsen?

Ich empfinde meine Kindheit als eine sehr glückliche und schöne Kindheit. Ich war in Schönthal im Kindergarten und in der Grundschule und hatte hier schon viele Kontakte in die Nachbardörfer und Gemeinden und das war eine sehr schöne Zeit. Und man merkt auch schon im jungen Alter, wie schnell die Zeit vergeht und wie schnell sich hier neue Kontakte entwickeln.

Was heißt für dich Regionalität?

Regionalität heißt für mich, dass ich dieses tiefe Zugehörigkeitsgefühl und die Heimatverbundenheit nach außen trage und in meinem Alltag lebe. Dass ich zeige, zu welcher Region ich stehe und wo die Wertschöpfung herkommt. Auch die Arbeitnehmer und Mitarbeiter der Firmen hier in der Region sind zum Großteil aus der Region. Der Zusammenhalt in der Heimat für die Region, also einer für den anderen, das bedeutet für mich Regionalität.

Ist es dir wichtig, in der Region einzukaufen?

Mir ist es sehr wichtig. Von der unternehmerischen Seite ist es mir wichtig, da wir als Brauerei ein hochnatürliches Produkt herstellen, gemäß dem Reinheitsgebot. Die Hefe für unser Bier ziehen wir selbst her, wir haben eine eigene Reinzuchtanlage. Die Gerste stammt zum Teil von regionalen Braugerstenanbauern, der Hopfen kommt so regional wie möglich aus der Hallertau, diese Region ist bekannt für hochqualitativen Hopfen. Und von der persönlichen Seite hab ich natürlich das Thema Klimawandel vor Augen und da spielen lange Transportwege schon eine sehr entscheidende Rolle, was eigentlich jeden dazu bewegen sollte regional zu kaufen. Und was man nicht vergessen darf, ist die Wertschöpfung in der Region. Das, was mir die Heimat geben und bieten kann, kann ich teilweise zurückgeben, indem ich regional einkaufe. Die Strukturen, die durch die Zusammenarbeit der Wirtschaft und Politik und allen anderen Beteiligten geschaffen wurde, kann jeder einzelne dadurch fördern.

Warum ist die Brauerei im Landkreis dahoam?

Unser Unternehmen hat eine sehr lange Tradition. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1283, also es wird dieses Jahr 737 Jahre alt und zählt damit zu einer der 10 ältesten Brauereien der Welt. Und es ist die älteste familiengeführte Brauerei in Ostbayern und damit auch in unserem Landkreis. Ich will diese Tradition auf jeden Fall weiter leben und weiter entwickeln, denn ohne Fortschritt gibt es einen Rückschritt. Ich will versuchen, den Bogen zwischen Tradition und technischen Innovationen zu spannen. Wir als Brauerei stehen natürlich zu unseren Brauspezialitäten, zu unseren verschiedenen Biersorten, die wir handwerklich herstellen; da ist wirklich noch Manpower dahinter. Wir haben noch direkten Kontakt mit den Rohstoffen, vom Brauen bis hin zum fertigen Bier. 

Was bedeutet es für dich hier zu arbeiten?

Das bedeutet für mich, dass zu Hause und Arbeit eigentlich eins ist. Ich brauch nur 50 Meter zu gehen und bin vom Wohnzimmer im Gärkeller. Ich hab hier die optimalen Bedingungen, dass ich mich rund um die Uhr um die Brauerei kümmern kann, und ich kann hier viel Zeit investieren, was mir sehr viel Spaß macht. Die Brauerei wird für immer ein Teil meines Herzens sein. Und unsere Mitarbeiter spielen eine große und tragende Rolle in unserem Betrieb.

Warum fühlen sich deine Kunden bei dir dahoam?

Wir haben viele Wirte und Gastronomen, mit denen wir seit vielen Generationen zusammenarbeiten. Wir sind als Familie jede Woche zu Besuch bei unseren Kunden, in Wirtshäusern und Lokalen, zum Beispiel im Rhaner Bräustüberl. In der aktuellen Situation ist das leider nicht so einfach. Aber genau das macht es aus, diese direkten und persönlichen Verbindungen, die wir als Familie mit unseren Kunden schon seit vielen Jahren haben. Auch was Vereine angeht, arbeiten wir mit vielen sehr gut und schon sehr lange zusammen. Leider können viele Feste heuer ja nicht so stattfinden wie geplant, aber unser gesamtes Team setzt sich sehr für unsere Kunden ein, dass jeder immer mit Getränken versorgt ist.

Was ist dein Herzenswunsch für die Zukunft deiner Heimat und die Menschen, die hier leben?

Mein Herzenswunsch wäre, dass wir aus dieser ungewohnten, noch nie da gewesenen Situation, gestärkt hervorgehen und vor allem das aus der Krise mitnehmen, was wirklich wichtig ist: Was wir an unserer Region haben und diese enge Verbundenheit, die wir hier haben, die Menschen, die Wirtschaft und die Wertschöpfung hier. Dass alle die Krise gut überstehen und möglichst die positiven Dinge aus dieser Sache mitnehmen.

Rhanerbräu
Getränke
Adresse
Rhan 9, 93488 Schönthal
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Feinkost

Jasmin Stoiber ist Geschäftsführerin bei Spezialitäten Meier, ein Geschäft, das durch sein jahrzehntelanges Bestehen eine echte Marke in der Chamer Innenstadt ist.